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Verkehrswegebau überzeugt im Wasserbau

Hochwasserschutzmaßnahmen im Ahrtal

Die Schäden durch das starke Unwetter im Juli 2021 sind auch weiterhin schwerwiegend und an vielen Stellen im Ahrtal deutlich zu erkennen. Um künftig gegen eintretende Hochwasserereignisse gewappnet zu sein, haben Bund, Länder und Kommunen begonnen, in den betroffenen Hochwassergebieten Schutzmaßnahmen einzurichten. Seit dem 16. Juli 2021 ist das Verkehrswegebau-Team aus Düren ununterbrochen im Einsatz, um die Hochwasserschäden im stark betroffenen Ahrtal zu beseitigen. Auch aufwendige Schutzmaßnahmen gehören mittlerweile zur Aufgabenstellung.

Denkmalgeschütztes Eisenbahnviadukt vor dem Wegrutschen gesichert
Im Auftrag vom Landesbetrieb Straßenbau NRW sichert der Verkehrswegebau auf der B258 bei Ahrhütte ein denkmalgeschütztes Eisenbahnviadukt aus dem Jahre 1900, welches aufgrund von Unterspülungen wegzurutschen drohte. Hinzu kamen Straßenböschungen und Gewässerabläufe, die gesichert und wiederhergestellt werden mussten. Hierzu setzte das Team ca. 2.000 t Wasserbausteine mit einem Eigengewicht von 1 bis 3 t je Stein ein. Die erste Lage dieser Wasserbausteine wurde mit dem anstehenden Felsen verankert, sodass ein Abrutschen der Steine, gerade im Böschungsbereich, verhindert wurde. Die schweren Wasserbausteine sollten ebenfalls als Beschwerung für die Fundamente des Viadukts dienen, um das Aufschwimmen zu vermeiden.

Errichtung einer wechselfeuchten Zone
Um das Viadukt bei erneuten Hochwasserereignissen zu schützen, ist eine wechselfeuchte Zone aus Wasserbausteinen sowie aufgeschüttetem Oberboden errichtet worden. Die wechselfeuchte Zone wird nur bei Hochwasser überflutet und soll so den hohen Wasserdruck vom Bauwerk sicher fernhalten.

Blick in die Dunkelheit: Ungewissheit in 6 Metern Tiefe
Die wohl größte Herausforderung der durchgeführten Arbeiten bestand darin, dass der Bachlauf teilweise bis zu 6 Meter ausgespült war. Schritt für Schritt tasteten sich die Fachleute mit Hilfe des Baggerlöffels durch das undurchsichtige Wasser. Eine sichere Standfläche für den Bagger musste eigenständig hergestellt werden. Ein Sortiergreifer setzte jeden Stein einzeln, um den Kettenbagger auf einem sicheren Weg bis zum Viadukt zu befördern. Genaues Augenmaß, hohe Präzision und einwandfreie Qualität waren die Grundvoraussetzung.

Hochwasserschutz im Einklang mit Natur und Gewässerschutz
Die Verantwortung für die Planung und die Durchführung der Maßnahmen wurde vertrauensvoll an die Verkehrswegebau-Experten übertragen. Von Beginn an wurden jegliche Schritte bis ins kleinste Detail mit der unteren Landschaftsbehörde sowie der unteren Wasserbehörde abgestimmt, denn sowohl der Naturschutz als auch der Gewässerschutz standen bei den Hochwasserschutzmaßnahmen klar im Vordergrund. Unterhalb der Baustelle wurden große Strohballen als Feinstofffilter in den Bachlauf zur Erhaltung der Wasserqualität gelegt, um die Fischbestände zu schützen. Zudem blieben, wo immer es möglich war, kleinere Biotope unberührt, um die Artenvielfalt zu bewahren. Während der gesamten Baumaßnahme wurde kein Beton eingesetzt. Ausschließlich natürliche Baustoffe kamen zum Einsatz, denn sowohl Oevermann als auch die Behörden sahen in der Anwendung von schweren Wasserbausteinen als Beschwerung und Sicherung der Bauwerke einen großen Vorteil: Das Durchfließen des Wassers war weiterhin sichergestellt und die Gefährdung von angesiedelten Wasserlebewesen konnte ausgeschlossen werden. Dazu wurden zum Schutz der Natur ausschließlich Maschinen eingesetzt, die mit Bioöl betrieben wurden.

Durch hohe Qualität überzeugt - Folgeaufträge sicher
Nachdem die beauftragten Leistungen weitestgehend fertiggestellt waren, teilte der Landesbetrieb Straßenbau NRW mit, dass weitere Beauftragungen an die Niederlassung Düren erfolgen werden. Oevermann habe mit hoher Qualität überzeugt und vor allem im Hochwasserschutz sei Qualität die Grundvoraussetzung für ein funktionierendes Ergebnis.

Fotos: © PORR Oevermann